07
Okt

sose 2009 – reflexion – WM

Das Wissen der ‚Älteren’ – Welches Management ist erforderlich?

Dieses ist der dritte Ansatz die gestellte Lernaufgabe zu beantworten. Beide vorherigen sind im Endeffekt an der Tatsache gescheitert, dass es keinen Platz für eine Einbindung des Faktors ‚Alter’ in die beiden Modelle gibt. ‚Wissen’ und ‚Alter’ sind zwei voneinander unabhängige Größen, die in keiner direkten Korrelation zueinander stehen. Ja, es wird Zeit benötigt um sich Wissen anzueignen und Erfahrung(-swissen) zu sammeln, aber damit ist rein zu konstatieren, dass der Mensch dabei älter wird. Ob er sich aber das für eine Organisation benötigte Wissen im Laufe seines Lebens mit steigendem Alter angeeignet hat, ist damit keinesfalls sichergestellt. Ausschlaggebend ist somit in Bezug auf den Beitrag des Individuums zur Wissensbasis der Organisation nicht das Alter der Person sondern das ‚wissensbasierte Handeln’ im Münchener Modell und der Baustein ‚Wissenserwerb’ nach Probst et al.   

 

Das Beispiel des japanischen Drehers, der seinen jüngeren Kollegen an einer Drehbank einarbeitet, zeigt eigentlich nur die ‚Sünden’ der jüngeren Vergangenheit bei der Einstellung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Es kommt nicht von ungefähr, dass ein Großvater-Enkel Verhältnis zwischen den beiden Personen unseres Beispiels vorliegt. Die Zwischengeneration fehlt und damit das erforderliche Bindeglied, um vorhandenes Handlungswissen in der Firma ohne Rückgriff auf eigentlich aus dem aktiven Arbeitsleben ausgeschiedene Personen zu konservieren. Greift man die im Kommentar benutzte Aussage der „Angst vor dem ‚brain-drain’“ auf, so könnte man in Form eines Wortspiels simpel und einfach behaupten, dass die Firma den richtigen Zeitpunkt für einen ‚brain-GAIN’ verpasst hat.

 

Um es nochmals klar und einfach zu sagen: Es geht nicht um ein optimales Management des Wissens der älteren Menschen, sondern um ein Management des Wissens der [für die Aufgabe qualifizierten und im Umfeld erfahrenen,] ‚wissenden’ Menschen. 

 

Hierbei können, wie am Beispiel des in die Firma zurückgeholten japanischen Drehers zu sehen, Wissen und Alter zusammenfallen. Ein gewisses Alter ist somit eine notwendige aber sicherlich keine hinreichende Voraussetzung und die Gefahr einer sich einschleichenden Altersdemenz soll hier erst gar nicht weiter diskutiert werden. Festzuhalten ist aber, das für das Individuum Wissen nicht nur akkumulativ gesehen werden darf und die Aussage ‚einmal richtig gelernt = für immer gekonnt’, wird wohl niemand seriös für sich selbst unterschreiben.

 

Im Falle des Portals ‚Erfahrung-Deutschland.de’ ist auch nachzuvollziehen, dass es um den passenden Senior-Berater für die jeweilige Aufgabe in der Fremdorganisation geht. Bei dem gestuften Zusammenführungsprozess von Aufgaben- und Personalprofil wird einer Organisation Wissen von aussen zugeführt.

 

Nach Probst et. al. könnte man davon ausgehen, dass ein Wissensdefizit im Abgleich zu den Wissenszielen identifiziert wurde [Wissensidentifikation], welches in diesem Falle über einen qualifizierten Seniorexperten ausgeglichen wird [Wissenserwerb].

Probst, G./Raub, S./Romhardt, K.
Wissen managen. Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen.
Wiesbaden: Gabler , 3. Aufl. 1999 , S. 58
( grafisch aufbereitet)

 

Nach Reinmann wird die Organisation um ein weiteres Individuum ergänzt, welches dann durch ihr Handeln Beiträge zu den 4 Phänomenbereichen [Wissensrepräsentation, Wissenskommunikation, Wissensgenerierung und Wissensnutzung] leisten kann.

Reinmann-Rothmeier, G.
Wissen managen: Das Münchener Modell.
München: Ludwig-Maximilians-Universität, Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie.
Forschungsbericht Nr. 131, Januar 2001 , S. 19 

 

Fazit: Das Management des Wissens von älteren Menschen unterscheidet sich prinzipiell nicht von dem jüngerer Menschen. Immer ist zu überprüfen, ob das aktuelle Wissensangebot und Entwicklungspotential des Einzelnen den Anforderungen der Organisation entspricht. Droht ein Ausscheiden aus der Organisation, sei es aufgrund des Lebensalters oder einem anderen Grund, ist neben der regelmäßig stattfindenden Wissensweitergabe gegebenenfalls noch eine spezielle Phase des Wissenstransfers anzusetzen, so die Person ansonsten nicht vorhandenes Spezialwissen vorhält. Ein besonderes Management für ältere Menschen ist nicht erforderlich.

27
Apr

Sose 2009 – reflexion – Gruppenaufgabe Medienproduktion

Es war mal wieder so weit. Einerseits war ich sowieso als einer der Nächsten mit der Federführung bei einer der Gruppenaufgaben an der Reihe, andererseits war das erste Gruppengespräch zum Thema nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Nicht alle vorbereitet und das mündlich geäußerte Verständnis von der Aufgabe lief ziemlich weit auseinander.

Vor die Alternative gestellt, eine längere Diskussion vom Zaun zu brechen oder kurzfristig mit der Bereitwilligkeit zur bearbeitenden Zusammenfassung in die Gruppe zu gehen, erschien die letztere Option die angenehmere. Somit begann schon zu diesem Zeitpunkt das Thema ‚Hätten Sie etwas anders gemacht?’ mit einem ‚Ja, ich habe es anders gemacht.’

Die Beteiligung an der geführten Forumsdiskussion war gut, brachte aber auch noch einmal das differente Verständnis der Aufgabenstellung zum Ausdruck. Sah mich inhaltlich gefordert noch einmal mein Verständnis der Aufgabenstellung zum Ausdruck zu bringen und habe dabei aus der Rückschau betrachtet wohl einen meiner nicht so gnädigen Momente genutzt.

Nach Sichtung der Forumseinträge und einer abschließenden Connect-Sitzung ging die Zusammenstellung dann doch noch recht gut von der Hand und auch solche Punkte die außerhalb meines eigenen Aufgabenverständnisses lagen konnten verarbeitet werden. Dieses wohl nur mit dem kleinen Kniff, sie als vorbereitende Grundlagen und nicht direkt zur Aufgabe gehörig aber für selbige wichtig zu kennzeichnen.

Die abschließend an die Gruppe zur Korrektur verteilte Version bekam den gemeinschaftlichen Segen, wobei der einzige kritische Hinweis war: Liegen wir denn mit der Zeichenzahl nicht zu weit über dem Limit.

Die Aufgabe ist abgegeben und von der Fachtutorin kommentiert. Sie hat den Kniff mit der Vorschaltung wohl gemerkt und die Begründung wohlwollend kommentiert. Schnell noch drei Rückfragen mit unterschiedlicher Tiefenauslegung (ausführend, beispielhaft und verweisend) beantwortet und die Credits wurden erteilt.

Hätte ich inhaltlich unter Ausschaltung der ‚Schwarmintelligenz’ die Aufgabe anders beantwortet? – Vermutlich ja, denn einige Punkte wären definitiv weggefallen, wobei hierzu aber auch solche zählen, die ich bei der Bearbeitung durch die Gruppe als wichtig erkennen durfte.

17
Mär

Sose 2009 – reflexion – Vertriebstraining

Die Ausgangssituation

Im Rahmen der Umstellung des Präsenztrainings kommt die Vertriebsleiterin Ihres Unternehmens auf Sie zu, um mit Ihnen über den Sinn der methodisch-didaktischen Umstellung des Trainings zu sprechen. Sie ist nicht davon überzeugt, dass die Fokussierung auf E-Learning den gleichen Nutzen bringt, wie ein konventionelles Präsenztraining. Wie gehen Sie mit der Situation um und welche Argumente bringen Sie hervor, um den qualitativen und quantitativen Nutzen herauszuarbeiten?

 

Eine erste Einschätzung

Die geäußerte Skepsis der Vertriebsleiterin überrascht erst einmal nicht. Im Vertrieb herrscht in vielen Fällen die Überzeugung vor, dass nicht das Produkt den entscheidenden Punkt beim Verkauf darstellt, sondern die Verkäufer. Dieses zeigt, dass der Vertrieb als personengebundene Aktivität gesehen wird. Eine Vertriebsschulung, die vor dem Computer stattfindet, kann da nur misstrauisch machen. Hinzu kommt, dass gerade der Erfahrungsaustausch unter den Vertriebsmitarbeitern einen wesentlichen Aspekt bei Vertriebsschulungen darstellt und eine Schulung in Bezug auf technische Aspekte neuer Produkte gegenüber der Frage ‚Wie bringe ich meine Produkte an die Frau / den Mann?’ als deutlich weniger wichtig angesehen wird. In der Regel werden auch die neuen ‚Incentive’-Programme auf solchen innerbetrieblichen Veranstaltungen vorgestellt, als auch Erfolgsbeteiligung und Bonus besprochen. Reine Verkaufsschulungen im Sinne einer ‚Technik des Verkaufens’ oder solche mit ausschließlichem Fokus auf das vertriebene Produkt sind in der Regel selten.

  

Das Gespräch

 Ausgehend davon, dass der Fortbildungsbereich des Hauses sich als Dienstleister für Produktion und Vertrieb versteht, gilt es erst einmal die genauen Anforderungen der Vertriebsleitung an die Verkaufsschulung nochmals aufzugreifen.

Dieses aber schon unter dem Hinweis, dass die Geschäftsleitung den Nutzen gerade auch in Hinsicht einer Kosten-Nutzen-Relation beurteilt. Hier kann dann zunächst einmal auf die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsanalyse eingegangen werden und die ermittelten Kennzahlen und Berechnungen wie z.B. der Nettobarwert und sollten dargestellt werden. [Auf die Darstellung eines umsatzbezogenen 1-Jahres-ROI sollte geflissentlich verzichtet werden, da dieser im direkten Vergleich aufgrund der hohen Anfangsinvestitionen nicht positiv abschneidet.] 

Wenn es gelungen ist, der Vertriebsleiterin zu vermitteln, dass eine entsprechende Entlastung der Kostenart ‚Aus- & Fortbildung’ auf Ihrer Kostenstelle zu erwarten ist, kann man sich der Diskussion des Themas ‚Nutzen’ im Sinne eines vergleichbaren Erfolgs bei der Vermittlung der vertrieblichen Inhalte und ggf. gewünschter Dispositionen an das Vertriebspersonal deutlich entspannter nähern.

Ein Einstieg hier ist auf verschiedenen Ebenen möglich, wobei in der Regel das Gespräch (soweit von eigener Seite dank guter Vorbereitung steuerbar) einen stärker problematisierenden Mittelteil aufweisen sollte um dann wieder einvernehmlicher zu enden. 

Zugestanden werden sollte, dass spezielle Elemente einer vertrieblichen Situation per e-Learning schwerer zu vermitteln sind. Hierzu gehören z.B. die auf Verkaufsschulungen häufiger eingesetzten Rollenspiele, die ihre Brisanz gerade durch die Interaktion von zwei oder mehr situativ handelnden Personen erfahren. Ein Feedback des Trainers kann dann durch Ergänzungen aus der (Beobachtungs-) Gruppe weiter komplettiert werden. Im Gegensatz dazu kann auf die heute gegebenen technischen Möglichkeiten im Rahmen des e-Learnings in Form von Videokonferenzen, Abstimmungs- und Bewertungspanels und andere Formen der online-Kommunikation verwiesen werden, die, bei entsprechendem auf das Vermittlungsanliegen angepassten Einsatz, als nahezu adäquates Substitut anzusehen sind. 

In vergleichbarer Form sollten die weiteren Anforderungen der Vertriebsleiterin aufgegriffen und inhaltlich bearbeitet werden. 

Zu Abschluss bietet sich dann noch die Möglichkeit auf generellere Vorteile des e-Learnings zu sprechen zu kommen, wie da sind

  • Eine vergleichsweise gleichbleibende Ausbildungsqualität über alle Einzelkurse [Bsp. für Qualitätsmerkmal]
  • Die Möglichkeit für die Mitarbeiter Einfluss auf Lerntempo als auch Art und Anzahl der Wiederholungen von Lernstoff zu nehmen [Bsp. für Mitarbeiter Zentrierung]
  • Auch bei Teilnahme an einem e-Learning-Kurs durch entsprechende Zeitaufteilung dem Kunden nach draußen Servicebereitschaft zu gewährleisten, die bei externen Präsenzschulungen so nicht direkt umsetzbar ist. [Bsp. für Kunden Zentrierung]    

 Sollte zu diesem Zeitpunkt die Vertriebsleiterin immer noch nicht auf die Seite des e-Learnings gewechselt sein, so bleibt nur noch, sie stärker mit in den Gestaltungs- und Verantwortungsprozess einzubeziehen. Hierzu bietet sich z.B. bei stärker auf die eigene Außendarstellung Wert legenden Personen, das Angebot einer ‚Hauptrolle’ im Produktionsprozess als ‚key-note’-Rednerin in einem Einleitungsvideo an. Zahlenverliebten Skeptikerinnen kann auch die Mitwirkung an ‚pre- + post-tests’ unterbreitet werden. 

 

Klar werden sollte:

  • Wir liefern die Qualität
  • Wir tun dieses bei geringeren Kosten
  • Unsere Mitarbeiter erhalten mehr Freiraum und können sich aktiver beteiligen
  • Wir lassen uns (am Vorhandenen) messen
20
Feb

Sose 2009 – reflexion – e.V. = e.rst V.erunsichert danach e.infach V.orbereitet

Da steht es nun, das Team um Fachfrau Sibylle Knecht und hat nach Beendigung der Realisationsphase noch die vornehme Aufgabe den Internetauftritt des Vereins in den Regelbetrieb zu überführen.

Helfen wir einmal Fr. Knecht mit einer Kurzzusammenfassung aus der Reihe ‚lessons learnt’ und resümieren wir mit Blick auf den zukünftigen Regelbetrieb die bisherige Abwicklung.

Beobachtungen

  • fehlende Verantwortungsübernahme bei Auftragsvergabe und in der Konzeptionsphase (Vorstände)
  • Produktion von Inhalten durch die nicht dafür vorgesehene Projektsteuerung
  • Realisierungsfreigabe von Inhalt (eigene Texte) und Form (Drehbuch) durch die Projektsteuerung ohne formelle Freigabe durch den Auftraggeber
  • Ausfall personeller Ressourcen (Grafik) ohne adäquaten Ersatz
  • Auseinandersetzung zwischen Vorstand (Auftraggeber) und Produktionsleitung (Auftragnehmer)

Eine grobe Analyse der Aussagen zur Einführung zeigt, dass die Beteiligten sich ihrer Aufgaben in den verschiedenen Rollen des Erstellungsprozesses nicht genau bewusst waren.
Der Vorstand (in seiner Rolle als Auftraggeber) war dazu aufgefordert der Auftragnehmerin einen entsprechend definierten Auftrag mit Zielformulierung zukommen zu lassen, den er ggf. um eine Vorgabe zur Umsetzungsorganisation (aus Linie vs. mit Projektteam) hätte ergänzen sollen.
Die Vorstandsmitglieder als Produzenten von ‚content’ für den Internetauftritt unterlagen dem vorgegebenen Terminplan und waren zumindest zu einer terminlichen Aussage  bzgl. der zu produzierenden Inhalte verpflichtet.

Die Fachfrau Knecht hätte ihrer Rolle als Auftragnehmerin nachkommen müssen und den Auftraggeber über den Produktionsstand informieren und ggf. Verzug (aufgrund fehlender Zulieferungen oder Ausfall von eingeplanten Mitarbeitern) anmelden müssen. Hierzu hätte sich die Festlegung von Abstimmungsgesprächen mit dem Auftraggeber in festen Intervallen oder aber auch zu Meilensteinterminen (z.B. nach Abschluss der Konzeption) verbunden mit der Freigabe zur Umsetzung des nächsten Arbeitspakets oder der nächsten Phase angeboten. Diese hätten aller Wahrscheinlichkeit nach eine größere Klarheit bezgl. der konkreten Aktivitäten und konzeptionellen Zielumsetzung auf Seiten des Vorstands geführt und aufgrund der zu diesem Zeitpunkt noch gegebenen Revisionsmöglichkeit eher zu einem konstruktiven Miteinander als zu eine heftigen  Auseinandersetzung geführt.

Aber blicken wir nach vorne auf den weiteren Regelbetrieb und sprechen ein paar Tipps aus:

An den Vorstand:

  • Gießen Sie Ihre mehrheitlich abgestimmte Vision des zukünftigen Internetauftritts Ihres Vereins in einen klar formulierten Auftrag an Fr. Knecht
  • Überprüfen Sie die rücklaufenden Vorschläge der Auftragnehmerin und bringen Sie Ihre Bereitschaft zur Umsetzung durch einen formellen Vorstandsbeschluss zum Ausdruck.

An die Bearbeiter:

  • Definieren Sie die Aufgaben für den Regelbetrieb in allen erforderlichen Bereichen und  beschreiben Sie sie in Form von Regelprozessen für das ‚change management’ unter Nennung von Einzelaufgaben, Verantwortlichen, Zeitabläufen und Dokumentations- und Freigabepflichten.
  • Integrieren Sie die Vision des Vorstandes als auch Ihre Operationalisierungen in ein Handbuch zur Wartung und Pflege des Internetauftrittes und lassen Sie sich dieses durch den Vorstand freigeben.
  • Lösen Sie das Projektteam auf  und lassen Sie den Vorstand ein neues Team bilden, wenn die Arbeiten am Internetauftritt dieses erfordern sollten.

Hintergründe für diese Tipps sind die Bildung von klaren Verantwortlichkeiten und das Bekenntnis zu denselben sowie die Gestaltung eines Regelbetriebs aus der Linie ohne eine spezielle Projektstruktur, die in der Gefahr stehen könnte ein Eigenleben zu entwickeln.

14
Feb

sose 2009 – Didaktisch-methodische Struktur

Schon in unserer Gruppenaufgabe wurde die Frage der didaktisch-methodischen Struktur unter dem Begriffspaar ‚sequentiell – logisch’ aufgegriffen. Aber gerade hier setzt auch schon die Problematik einer solchen Definition an. Zuerst gilt es zu fragen, was für ein Typ Begriffspaar die Kombination ‚logisch oder strukturell’ ist. Sind es wirklich Antagonismen, also Gegensätze oder Widersprüche im dialektischen Sinne? Wenn etwas logisch ist, dann ist es nicht sequentiell und umgekehrt. Oder handelt es sich um ein mehr dualistisch ausgerichtetes Kombinationspaar?  Beide Strukturprinzipien widersprechen einander nicht, sondern dominieren im Gesamtrahmen mal an der einen und mal an der anderen Stelle, je nach Anforderung.

 

Wie unser Fallbeispiel (Beschreibung WBT Schwarz Pharma) vielleicht nur andeutungsweise aber zumindest vom Arbeitsumfeld her zeigt, gibt es mit Sicherheit Fälle in denen die dem Inhalt adäquate logische Struktur eine Kettung sequentieller Ereignisse beinhaltet. Besonders unter Einbringung des heutzutage gerade in Firmen häufig strapazierten Gedankens einer ‚Prozessdarstellung’ von Arbeitsvorgängen zeigt sich schon die sequentielle Qualität der logischen Struktur.

 

Ausschlaggebende Merkmale für eine Entscheidung zur sequentiellen Strukturierung der Lernumgebung bei Schwarz Pharma (in absteigender Wichtigkeit) waren folgende (angenommene) Faktoren:

-         die zu vermittelnden Inhalte  (+ + +)

-         die fehlende ‚e-learning’-Erfahrung der Lernenden  (+ +)

-         die extrinsisch motivierte Lernsituation  (+)            

 Als Merkmale von geringerer Bedeutung wurden eingestuft:

-         der formelle Rahmen der Fort-/Ausbildung  (-)

-         das Vorwissen der Lernenden  ( - -)

-         der angenommene Lernstil der Lernenden  (- – -)

 

Kommen wir zur Frage der Notwendigkeit des Entscheidungsprozesses für eine methodisch-didaktische Struktur. Wenn wir der Aussage zustimmen, dass keine Entscheidung auch eine Entscheidung ist, dann glaube ich beantwortet sich die Frage nach der Notwendigkeit von selbst.
In der Regel ist ein WBT in einzelne Inhalts-Komponenten aufgeteilt und die hier gestellt Frage entscheidet über Organisation der Bereitstellung von Möglichkeiten des Zugriffs auf diese Komponenten für den Lerner. Komponenten ohne Zugriff für den Lerner sind für diesen nicht existent und bedürfen keiner weiteren Betrachtung. Für alle anderen Komponenten ist der Zugriff zu realisieren und jedwede Umsetzung impliziert eine Entscheidung in methodisch-didaktischer Hinsicht. Ohne einen Nachweis dafür erbringen zu können, gehe ich davon aus, dass eine fehlende Reflexion dieser Entscheidung zu Inkonsistenzen im Rahmen des WBTs führen wird. Dieses könnte noch dadurch verstärkt werden, dass mehrere Autoren an der Entwicklung beteiligt sind und ggf. unterschiedliche Ansätze zur Bereitstellung der Komponenten für den Lerner unterstellen und realisieren.

Fassen wir zusammen; eine Entscheidung wird bei jeder Realisierung getroffen, es stellt sich aber die Frage, ob sie bewusst gestaltet und anhand von Überlegungen, Vorergebnissen oder Annahmen herbeigeführt wird oder eher zufällig zustande kommt. Ich gehe davon aus, dass die Chance, ein lerneradäquates WBT zu produzieren, eher durch eine reflektierte Entscheidung gegeben ist, wobei es zu beachten gilt, dass die konzeptionellen Strukturüberlegungen auch dazu führen können, dass auf Basis der vorhandenen Komponenten sowohl ein sequenzieller Durchlauf als auch ein freierer Zugriff nach einem logischen Orientierungsmuster dem Lerner als Angebot unterbreitet wird.

01
Feb

sose 2009 – reflexion – ‘gamescript’

GameScript – Programming at it’s Best?

 Zu finden unter folgendem Link:

 http://home.eduhi.at/teacher/Wuerthinger/gamescript/index.php?n1

(Da das WBT in seinem Strukturaufbau hierarchisch geordnet ist wird auf weitere einzelne Linkangaben verzichtet)

 

Zur Beurteilung der didaktischen Qualität dieses Lernangebots gilt es vorab zu identifizieren, welchen Anspruch der Autor an das Angebot hat. Hier findet sich die Aussage, dass ‚… man mit GameScript …das Programmieren lernen…’ kann und darüber hinaus auch noch das Gelernte in einem Wettbewerb ausprobieren kann, indem man sein eigenes Programm in einem spielerischen Rahmen gegen menschliche Spieler oder auch andere Programme antreten lassen kann.

Sicherlich ein hoher Anspruch, aber setzen wir einfach einmal voraus, dass mit der Erstellung eines einfachen Programms durch den Lerner das Lehrziel erreicht ist.

Welche Möglichkeiten werden nun dem Lerner zur Erreichung des Lehrziels durch die web-basierte Lehrumgebung an die Hand gegeben?

In Bezug auf die Orientierung erhält der interessierte Lerner eine Vielzahl an Grundlageninformationen zu Aufbau und Nutzungsmöglichkeiten der  Selbstlernumgebung in Form eines Tutorials und hier speziell der sogenannten ‚Entwicklungsumgebung’.

Des Weiteren ist das Tutorial mit kondensierten Lernmaterialien angefüllt, welche sich an den klassischen Begrifflichkeiten einer Programmiersprache orientieren. Also gibt es Variablen, Bedingungen, Schleifen, Funktionen, Arrays und den Sonderpunkt Kurzschreibweisen.

Gefolgt wird das Tutorial von einer Gruppe von 5 (Lern)-Aufgaben, bei denen die vom Autor angenommenen Schwierigkeitsgrade in Form einer Bewertung von 1-4 (Sternen) ausgewiesen sind.

Die Aufgaben basieren auf den im Tutorial gegebenen Lerninformationen, welche bei Bedarf durch zusätzliche Einzelinformationen ergänzt werden. Alle Aufgaben orientieren sich am EVA-Prinzip der Programmierung (Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe), wobei Vorgaben für die Eingabe und die Ausgabe getätigt werden.

Zu jeder der Aufgaben wird auch die derzeit in der Lernumgebung registrierte/gespeicherte ‚Beste Lösung’ ausgewiesen, die ggf. durch eine bessere Lösung des Lerners unterboten werden kann.

Abschluss der Lerneinheit bildet dann eine ‚Spielesammlung’ mit drei visuellen Spielen, bei denen dem Lerner die Möglichkeit gegeben wird, das Gelernte in Form eines eigenen Programms umzusetzen und z.B.  gegen ein anders  Programm antreten zu lassen.

Die Analyse zeigt, dass  Lerninformationen in Form einer Kurzeinleitung gegeben werden, die durch die optische Gestaltung des WBTs mit seiner permanent präsenten Inhaltsübersicht in Baumstruktur unterstützt wird. Lernmaterialien finden sich im Tutorial und auch Lernaufgaben zur Aktivierung des Lernenden liegen vor. Auf eine Unterstützung der Lernenden durch das Angebot einer Kommunikation mit anderen Lernern oder Tutoren in direkter Form wird verzichtet. Gegebenenfalls finden sich minimale Ansätze für ein kooperativen Austausch in Form der Möglichkeit z.B. bei TicTacToe ein anderweitig übermitteltes Programm gegen eine Eigenentwicklung spielen zu lassen oder sich bei den Aufgaben an den ‚low’-scores (hier ist weniger besser) zu orientieren. Die Aufgaben bilden gleichzeitig die Möglichkeit die eigenen Lösungsansätze zu testen, wobei hier das vorprogrammierte ‚feedback’ durch das WBT nur zwischen Programm funktioniert nicht und Aufgabe bestanden unterscheidet sowie einen ‚score’ liefert. Hilfen zur Verbesserung eines Lösungsansatzes konnten nicht festgestellt werden.

Es kann somit festgehalten werden, dass eine Bewertung der didaktischen „Qualität“ des WBTs generell möglich ist. Nachgewiesen werden konnte, dass auf Basis des 3-2-1-Modells  (3-2-1 Modell didaktischer Elemente in Kerres, M. (2002). Online- und Präsenzelemente in hybriden Lernarrangements kombinieren. In: Handbuch E-Learning, Fachverlag Deutscher Wirtschaftsdienst)  die grundlegenden 3er-Elemente Lern-Information, -Material und –Aufgaben vorhanden sind und durch Testaufgaben zur Selbstkontrolle unterstützt werden.

Somit sind die drei grundlegenden Bestandteile für ein WBT gegeben. Eine Bewertung der ‚Qualität’ in Bezug auf sein angenommenes Lehrziel fällt da schon deutlich schwerer. In diesem Punkt bedarf es einer Evaluation des WBT, respektive einer Analyse des so nicht vorliegenden Konzeptes des WBTs. Eine erste Eigeneinschätzung führt zu dem Schluss, dass die Zahl zufriedener Nutzer relativ gering sein dürfte, da eine strukturierte und didaktisch aufbereitete Heranführung an die Lerninhalte so erst einmal nicht zu erkennen ist. Vielmehr erweckt das WBT den Anschein ein gut gemachtes Puzzle für programmierwillige Lerner zu sein, deren Zahl eher als sehr beschränkt angesehen wird.

03
Dez

SoSe09 – Reflexion – ‘serious games’

Serious Games – Ernst(gemeint)e Spiele?

Die Auswahl für das Spiel wurde von meiner Frau getroffen: „Du bist doch EDV-Anwendungstrainer und ein Freund von seriösen Anbietern. Schau doch mal unter bildungsklick.de nach, da wird ein kostenloses Browsergame der Initiative IT-Fitness von Microsoft Deutschland vorgestellt. – Erwerb von IT-Wissen auf spielerische Art.“

Also nichts wie los und den Entdeckungshunger gestillt. Allein schon der Eintrag bei der Suche über Google zeigt, dass ich richtig sein muss. „Agent Attack IT – GET READY FOR A SERIOUS GAME”. Link aufgerufen und los geht’s.

Na ja, den leidigen Prozess eine Registrierung zu durchlaufen kann einen Masterstudenten mit den Erfahrungen aus dem 1. Semester ja nicht mehr abschrecken. Verdächtiger ist schon, dass sich die ausgewiesene Zahl der registrierten ‚Agenten’ nach der eigenen Registrierung nicht erhöht und auf der Zahl von 10.820 verharrt. Noch skeptischer macht die Anzahl der aktuellen ‚Agenten online’, die auf 0 steht. (Da bin ich von meinen Kindern andere ‚Einschaltquoten’ bei ‚World of Warcraft’ gewöhnt.)

Aber nicht verzagen und schnell gestartet. Die Welt der Agenten ist liebevoll gezeichnet und verzichtet natürlich auch nicht auf das Mittel der persönlichen Ausgestaltung des eigenen Avatars (männlich – weiblich, dieses oder jenes Aussehen). Interessanterweise läuft dann das Spiel komplett ohne diesen Avatar ab, da alle Perspektiven aus der Sicht des Agenten (subjektive Kamera) dargestellt werden. Diese wirkt mit der Zeit gezwungen, da auch eine freie Bewegung im Raum durch das Programm nicht ermöglicht wird. Der eigentlich gewünschte Effekt, sich komplett in die Situation des agierenden Avatars zu begeben, wird durch die strikte Spielführung stark konterkariert und lässt eine Immersion erst gar nicht aufkommen. Die Dialoge bis zu den eigentlichen IT bezogenen Fragestellungen (denn mehr als ein Multiple-Choice-Test in eine etwas absonderliche Art von Spiel verpackt, ist die ganze Angelegenheit nicht)  werden langatmig in gekünstelte situative Kontexte gepackt und eine zwischenzeitlich immer wieder einsetzende enervierende musikalische ‚Untermalung’ steigert trotz ihrer vermeintlichen Dynamik nicht die vorgegebene Dramatik des Agentenlebens. [Der Ausschaltknopf hierfür ist ein kleines Lautsprechersymbol in der untersten Zeile links.]

Die Fragen in der Warmspielrunde sind von minderer Schwierigkeit. (Die Geschwindigkeit von Prozessoren wird gemessen in?) Unklar bleibt auch, welcher höhere Erkenntniswert sich aus der korrekten Auflösung des Akronyms ‚USB’ gewinnen lässt. Mehrere Etagen weiter (, denn der gute Agent löst das Rätsel der Nutzung des Aufzugs und findet dort die später zum Spielen notwendigen ‚Gadgets’, die eines Nick Knatterton würdig sind. [Für alle, die noch zu jung sind, um diesen Comic zu kennen, hier eine Netzadresse zum Einstieg: http://de.wikipedia.org/wiki/Nick_Knatterton ]) wird der Ausbildungsagent inauguriert und zum vollwertigen Agenten erklärt.

Auch in der Hauptrunde geht es um reines Faktenwissen, wobei sich hier einige Multiple-Choice-Fragen durch eine geradezu absonderliche Auswahl an Distraktoren auszeichnen. Eine Verzweigung aus dem Spiel in einen IT-Test zum Erwerb weiterer Spielpunkte ist ab hier möglich. Damit wird aber der Spielbereich verlassen und zum klassischen MC-Test gewechselt. Die Vergabe von Punkten ist auch hier ungestaffelt. Alle Fragen werden gleich bewertet, auch wenn sich zumindest der subjektive Eindruck einstellt, dass einige deutlich schwieriger sind als andere. Aber wahrscheinlich hat hier die vereinfachte Programmierung unter Nutzung eines Standardwerts gesiegt.

Ein weiterer Höhepunkt ist ein Hyperlink auf eine das Spiel vorstellende Seite einer uns allen bekannten ‚Szene’-Zeitschrift  [www.Bravo.de], die das Spiel scheinbar Jugendlichen näher bringen soll.

Aber jetzt ist wirklich der Punkt erreicht an dem Es (ernsthaft) ernst wird, denn meine Geduld ist zu Ende mich mit einem solchen als ‚serious game’ bezeichneten Produkt weiter auseinander zu setzen.

Verbleiben noch zwei Aufgaben:

1. Eine Bewertung des Spiels :    
             
Selbst der minimale Ansatz einer Didaktisierung durch Einbettung von Lernaufgaben in ein Spiel wird nur auf einem sehr niedrigen Level erreicht. Das gesamte Vorhaben kann nur als kläglicher Versuch betrachtet werden, der als gescheitert angesehen werden darf. (… und die Besucherzahlen sprechen für sich.)

2. Lösung einer Gewissensfrage:      
           
Soll der Link zum Spiel hier wirklich genannt werden?

Ja, aber nur zur Benutzung auf eigene Gefahr:

 http://www.agent-attack-it.de/

13
Sep

sose 2009 – reflexion – Wahl eines Editors

Im Rahmen der Lerneinheit ‘Technische Grundlagen’ galt es, einen Editor für eine E-Learning-Einheit zu finden. Da bei mir in dieser Hinsicht keine Erfahrungen vorlagen, war die Suche von einfachen Strategien geleitet.

Grundlegende Überlegungen waren dabei:

  • Suche ein von vielen Nutzern empfohlenes Produkt
  • Gebe möglichst kein Geld dafür aus
  • Finde trotzdem ein vom Hersteller unterstütztes Produkt
  • Nehme kein allzu neues Produkt, um nicht als Versuchskaninchen da zu stehen
  • Halte Dich von jeglichen Programmierungsnotwendigkeiten fern
  • Der Editor sollte auf Englisch sein, um für die ‚Digital Tools’ wieder ein wenig in den sprachlichen Schwung zu kommen
  • Ein Installationsprogramm und eine reibungslose Bedienung unter Windows sind ein K.O.-Kriterium

Resultat der Suche:

CourseLab in der Version 2.4

 Die Information im Handbuch

Obwohl sicherlich für mich nicht der normale Weg, wurde aufgrund zeitlicher Bedingungen diesmal der erste Angang über das Handbuch gewählt. 250 Seiten PDF-Dokument mit (zum Glück) einer größeren Menge an Bildschirmabbildungen waren erst mal ein großer Brocken. Verarbeitet wurden daher nur die Einleitung und ein paar auf den ersten Blick interessante Punkte.          
Die Suchfunktionalität im PDF ist ebenso wie der Ausdruck zugelassen, sodass ein Nachlesen ‚in case you need it’ möglich ist.

Die ersten Gehversuche

Die Installation über einen Windows-MSI-Installer funktionierte reibungslos. Nach dem Öffnen des Programms war die angekündigte Anlehnung an MS-Powerpoint nicht zu übersehen. Unter Nutzung einer vorgegebenen Schablone waren die ersten Objekte schnell platziert und die zu testenden Funktionen schnell implementiert.

Etwas problematisch stellte sich die Einstellung der erzielbaren Gesamtpunktzahl im Test dar, aber mithilfe des Handbuchs, der Online-Hilfe und der intuitiven Erfahrung von über 20 Jahren Umgang mit Windows-Programmen wurde auch dieses Problem gelöst.

Nicht so schön war die Tatsache, dass nach Publizierung des Kurses die Darstellung unter der aktuellen Firefox-Version trotz Nachladen einiger angeforderter Plug-ins aufseiten des Firefox-Browsers nicht die gewünschten Erfolge zeitigte. Einige einfache Elemente wie Pfeile und Textboxen wurden nicht richtig dargestellt.

Eine erste Bewertung

Für Power-Point-Nutzer bietet das Programm eine halbwegs vertraute Umgebung. Wobei nicht zu vergessen ist, dass gerade die kleinen Unterschiede in einer vermeintlich vertrauten Umgebung manchmal irritierender sind, als eine komplett neu zu erlernende Umgebung. So ist z.B. die Formatierung eines geschriebenen Textes in Bezug auf die Schriftart nicht durch einfaches Klicken in den Text zu ermitteln, da sich die Dropdownboxen hier nicht automatisch aktualisieren/anpassen.

Für eine ‚freeware’ sieht das Programm sehr professionell aus. Auch wenn einige Zusatzelemente, wie z.B. ein Import von Power-Point-Dateien, kostenpflichtig angeboten werden, so enthält das Programm nach einem ersten Überblick alle grundlegend erforderlichen Funktionen und unterstützt auch den unerfahrenen Benutzer durch Elemente wie vorgefertigte Schablonen und ‚wizards’ für verschiedene Zwecke.         

Als jemand der selber in der Datenbankentwicklung tätig ist und fast täglich auf die Nutzung vorbereiteter Oberflächenelemente kombiniert mit einer eigenen unterliegenden Programmierung zurückgreift, war es schön, die immer wieder vermiedene Auseinandersetzung mit ‚html-Code’ nicht antreten zu müssen. Von daher kann das Produkt für einen Anfänger ohne Programmierkenntnisse nur empfohlen werden und wird für weitere Aufgabenstellungen auch sicherlich bei mir nochmals zum Einsatz kommen.

30
Aug

sose 2009 – refexion – online gruppenarbeit

Vorwort:

Der Bürgerpflicht wurde Genüge getan und nun bleibt nur noch zu warten, ob der ehemalige Klassenkamerad zum Oberbürgermeister gewählt wird und ob es die Hausbewohnerin in die Bezirksvertretung geschafft hat. Also Zeit, den Studienbrief noch ein 3. Mal zu überfliegen und mit 1 Woche Verspätung die Reflexion zu schreiben.

Zum Thema:

Die „Erfahrungen in der Online-Gruppenarbeit“ sind vielfältig, von überraschend schön bis schrecklich demotivierend. Im angefragten Fall die Mischung aus beidem. Im Punkte Rollenverteilung war nicht viel abzustimmen, da das Protokoll die Sitzungsmoderation und auch die Aufgabe der Präsentation der Gruppenaufgabe durch Freiwillige besetzt werden konnten. Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Gruppenaufgabe nicht von allen Gruppenmitgliedern gleich verstanden, aber in bewährter Gesprächstechnik ein grundlegender Konsens und sei es über basisdemokratische Abstimmungen erzeugt. Die Strukturierung wurde der Moderatorin überlassen, welche eine Erarbeitung in Tabellenform vornahm. Hilfreicher Input kam vom Gruppentutor, eine Involvierung der AufgabenstellerInnen hätte sicherlich nur zu mehr Diskussion geführt und hätte die Gruppe vermutlich nicht effizienter arbeiten lassen. Die zu Verfügung stehenden Materialien waren ausreichend, da sich die Gruppe in der Regel auf darüber hinaus themen-/facherfahrenen Mitglieder verlassen kann. Die Charakteristika der Online-Zusammenarbeit wurden im Forum, als auch in der eigenen Online-Session besprochen und es wurden Erfahrungen ausgetauscht. „Reduced social cues“ waren kein wesentlicher Bestandteil der Diskussion und sind meiner Meinung nach auch zu vernachlässigen, da die in den unterschiedlichsten Formen der Online-Zusammenarbeit genutzte Sprache der einzelnen Teilnehmer (, solange sie sich nicht bewusst verstellen,) noch so viele ‚social cues’ mitliefert, dass der Sprung zur ftf-Kommunikation für einen spracherfahrenen Onliner nicht mehr groß ist.

Aber es gab inzwischen auch andere Sitzungen, in denen die Gruppe mit dem gestellten Thema für die Gruppenaufgabe nicht so gut zurechtkam. Ohne freiwillige Funktionsträger ist natürlich alles schwerer als erwartet. Auch helfen harte basisdemokratische Entscheidungen („Wenn keine Einigung zu erzielen ist, dann stimmen wir darüber ab.“) einer guten Gruppenarbeit selten weiter. Hier sollte überlegt werden, ob nicht auch die Einbeziehung von Minderheitsvoten ein ausgeglicheneres Miteinander produzieren kann. Weniger diskutiert wurde die im Studienbrief ausgeführte Frage der Passung zwischen Online-Gruppenaufgabe und jeweiliger Aufgabenstellung. [Hier: Sollten Online-Kommunikations-Tools und ihre individuellen Erfahrungen damit nicht besser als Reflexion- denn als Gruppenaufgabe behandelt werden?].

Als Gruppe sind wir aufgrund eines Präsenzauftakts und danach anschließender Online-Kommunikation sowieso in einer speziellen Situation. Meine Hoffnung geht dahin, dass sich durch das weitere Kennenlernen der Gruppenmitglieder die im Studienbrief reflektierten problematischen Aspekte der cvK in den Hintergrund drängen lassen und die für die jeweilige Aufgabe in der Gruppe vorhandenen Erfahrungen und skills, das Methodenwissen und das Vertrauen zu- und ineinander unter Beachtung des gemeinschaftlichen Ziels die dominierenden Faktoren werden.

Dazu gehört sicherlich auch noch das bessere Kennenlernen untereinander und die Flexibilität als auch Bereitschaft der Gruppenmitglieder in differenten Arbeitssituationen Rollen als HilfesuchendeR, als ‚opinion-leader’, als AbarbeiterIn, als VermittlerIn, als … zuzulassen und/oder zu übernehmen.

Auch wenn das vordergründige Ziel der Lösung einer Gruppenaufgabe noch klar ist und der Anspruch an Form und Inhalt der Umsetzung sich ggf. nur leicht unterscheiden, so sind grundlegendere Einstellungen zum Studium sicherlich auch von wesentlicher Bedeutung für das Gruppenzusammensein. So verschieden die Vorbildung, das Alter, die bisherigen beruflichen Erfahrungen sind, so differieren sicherlich auch die Studieninteressen. Vielleicht zählt für einige nur der M.A. am Ende, andere wollen ggf. noch promovieren oder habilitieren, weitere wollen im Studium Sinnvolles für ihren Beruf erlernen und der M.A. ist nur Beiwerk; einige zahlen das Studium aus der eigenen Tasche, bei anderen finanziert der Arbeitgeber die Weiterbildung.

Die Gemengelage der Interessen und Einstellungen ist zumindest noch in Teilen unklar, der Zwang zur Gruppenarbeit in einigen Phasen gegeben, wobei für den nächsten Takt ein mögliches Ventil zur Flucht aus der Gruppe Richtung SOL (noch?) nicht genutzt wird. Warten wir es ab. Die ftf-Kommunikation auf dem letzten eDay in der Gruppe war jedenfalls gut.

Nachwort:

Der Klassenkamerad scheint zu verlieren und die Hausbewohnerin steuert auf einen Achtungserfolg zu.

‚Ein [virtuelles Ab-] Bild sagt mehr als 1000 Worte’ – but first life is real life and that’s what I want.

02
Aug

sose 2009 – reflexion – online-kommunikation

Der erste Durchgang war je ganz in Ordnung. Die Kamera war aufgebaut, das Mikrofon tat seinen Dienst und die Skype-Software ihr Übriges. Der Video-Kontakt nach Kiel war selbst mit den doch relativ bescheidenen, eingesetzten Mitteln ausgesprochen gut. Das Gegenüber war klar zu erkennen, der Ton laut und deutlich und ein Zeitversatz zwischen Bild und Ton so gut wie nicht zu bemerken. Der Smalltalk und die inhaltlichen Fragen konnten ohne weitere Störungen abgehandelt werden.

Ganz anders eines der ersten Online-Gruppentreffen in Adobe Connect. Nicht alle der 9 Beteiligten waren vom Ton her vernünftig zu verstehen. Der fehlende Einsatz einer Mikrofon-/Kopfhörer-Kombination bei zwei Teilnehmern führte zu ungewollten Halleffekten. Das Zuschalten von Kamerabildern verschlechterte das Übertragungszeitverhalten, sodass darauf verzichtet werden musste und eine Fortführung der Sitzung war nur durch die Einsetzung einer Moderation (mit Redeerteilungsrecht) und die Nutzung von Wortmeldungsicons möglich.

Zu einem Gräuel für mich persönlich wurde die Online-Sitzung in Connect, in der vom Gruppentutor die Vorgabe gemacht wurde die Diskussion rein über den Online-Chat zu führen. Als Freund der gesprochenen Sprache und Keyboard-User mit Geschwindigkeitsdefiziten entwickelte sich diese Phase zu einer wenig produktiven Angelegenheit, die in der Verweigerung der Teilnahme an der Diskussion mündete. Ich glaube der einzig abgeschickte Chatbeitrag (neben den von mir abgebrochenen aufgrund des rasanten Fortgangs der schriftlichen Diskussion) mündete in der Aussage, erst wieder teilzunehmen, wenn das reine Chatexperiment sein Ende gefunden hat.

In meinen Augen bleibt festzuhalten, daß es äußerst schwierig wird, wenn die klassischen Kommunikationsformen eines Gedankenaustausches mithilfe neuer (Netz-)Technologien verfremdet werden. Menschen haben schon seit Jahrhunderten miteinander gesprochen, Face-to-Face, bei Licht mit voller Sichtbarkeit als auch im Dunkeln, ohne sich zu sehen. Zum Transport von Informationen über Distanzen diente und dient die Schriftsprache.

Die Erfindung des Telefons zerstörte diese lang erprobten und gewachsenen Kommunikationsmöglichkeiten nicht, sondern erweiterte das Spektrum nur um die Möglichkeit, einen nicht sichtbaren Gesprächspartner auch auf lange Distanzen zu erreichen. Die E-Mail erhöhte die Versandgeschwindigkeit schriftlicher Äußerungen, blieb aber im oben gekennzeichneten ‚klassischen’ Spektrum. Diesem noch zuzurechnen ist die Videokonferenz, die bei entsprechendem technischen Equipment dem Telefonieren noch das ‚Licht’ hinzufügt und sich sehr stark in Richtung auf eine echte Face-to-Face Kommunikation über Distanzen hin entwickelt.

Problematisch sind solche Kommunikationsformen, bei denen der klassische Setup durch die gewählte (Hard- und Software-)Technik gestört oder eingeschränkt wird. Hierzu gehört z.B. der Text-Chat [nicht zu verwechseln mit dem Voice-Chat, der eher die Qualität des ‚Telefonierens’ in sich trägt] mit seiner bisher unbekannten Form des synchronen Schreibens. Hier drängt sich mir der Verdacht auf, dass es ihn nur gibt, weil er technisch möglich ist und er sich aufgrund seiner zumeist vorliegenden Kostenfreiheit gepaart mit der Nutzung schon vorhandener Infrastruktur in einigen Bereichen durchgesetzt hat.

Ganz schlimm wird es bei der Betrachtung der derzeitig realisierten Habitats, die zumeist qua eigenem Setup eine echte Face-to-Face Kommunikation nicht mehr zulassen, da durch den Einsatz von Avataren das eigene Gesicht eliminiert wird. Noch also ähneln diese Veranstaltungen eher karnevalistischen Sitzungen, bei denen die Teilnehmer verkleidet und in anderen als ihren täglichen Rollen auftreten. Aber geben wir dieser jungen Technik doch noch etwas Zeit und schauen wir, welche Sprünge sie in Richtung auf eine echte Face-to-Face Kommunikation noch macht und vergessen wir nicht, dass auch der politisch verstandene Karneval z.B. in Form einer Stunksitzung durchaus seine inhaltliche als auch künstlerische Berechtigung hat.




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